Wirksamkeitsprüfung aluminium-freier Antitranspirantien

Wirksamkeitsprüfung von Antitranspirantien ohne Aluminium

Wenn gravimetrische Ansätze ungeeignet sind

Hintergrund:

Mit Hilfe des Aluminiums entstehen sogenannte „Plugs“, woduch die Ausgänge der Schweißdrüsen blockiert werden. Dadurch kommt es im Ergebnis zu einer verringerten Schweißsekretion und in Folge dessen zu einer Abnahme des Schweißgeruchs. Die Wirksamkeitsuntersuchung entsprechender Produkte erfolgt i.d.R. mit einer gravimetrischen Methode. Hierbei wird der Schweiß mittels Wattepad absorbiert und nach einer definierten Schwitzzeit gewogen. Der Vergleich zu den Baseline-Werten (Leergewicht des Pads) erlaubt dann Rückschlüsse auf die Wirksamkeit.

negative sweat reduction

Bildung von Plugs in der Schweißdrüse

Negative sweat reduction

Teilweise Negative Schweißreduktion

Das Problem:

Die meisten aluminium-freien Antitranspirantien hingegen wirken nicht in der Schweißdrüse, sondern auf der Haut. Sie enthalten oftmals sogenannte Superabsorber, die wie ein Film auf der Haut liegen und den Schweiß aufnehmen. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass die Wirksamkeitsmessung mittels Pad ungeeignet ist und mitunter zu negativen Ergebnissen in der Schweißreduktion führt. Eine vermeintliche Ursache ist, dass das Pad nicht nur den Schweiß absorbiert, sondern auch das Testprodukt mit aufnimmt.

Feuchtigkeit statt Gewicht?

Insofern war es die Herausforderung für unsere Entwickler, eine Methodik zu implementieren, die das Anwendungsprinzip des Testprodukts nicht beeinträchtigt. Da Schweiß zu 99 % aus Wasser besteht, erscheint es sinnvoll, die Feststellung der Wirksamkeit Aluminium-freier Antitranspirantien auf Basis des Parameters ‚Feuchtigkeit‘ durchzuführen. Diese Aufgabenstellung wurde in einer durch die SEPAWA prämierten Masterarbeit mit dem Titel „Evaluation of methods for determining the efficacy of aluminum free antiperspirants“ sehr erfolgreich bewältigt.

Die Lösung:

Mittels ‚Capacitive Contact Imaging‘ wird die Feuchtigkeit bildlich dargestellt. Die Veränderungen der Schweißsekretion werden in einem definierten Areal gemessen. Durch das Auflegen erzeugt die Sonde einen Okklusionseffekt, wodurch der Schweiß unter der Sonde angereichert wird. Die Messung führen wir für das behandelte und unbehandelte Areal gleichzeitig durch. Dies optimiert die Standardisierung und die Vergleichbarkeit. Neben einer extrem differenzierten und pixelgenauen Analysemöglichkeit ist die Visualisierung der Schweißbildung im Video (s. unten) ein weiteres Feature der Methodik.

measurement efficacy aluminium free at

Kapazitive Messung

Evt. Fragen zur Methodik beantwortet Ihnen Gunja Springmann sehr gerne.