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Die Hautflora im Fokus

Das 'Mikrobiom-freundlich'-Siegel von proderm

Neue Methoden der Gensequenzierung haben hinsichtlich der mikrobiellen Besiedlung unserer Haut zu einem Umdenken geführt. Lag früher der Fokus überwiegend auf gefährlichen und krankmachenden Bakterien, die durch waschen, desinfizieren und ggf. Antibiotika zu bekämpfen sind, liegt heute der Fokus auf der Pflege und Erhaltung eines intakten Hautmikrobioms.

Seit es möglich ist, das gesamte Mikrobiom auf einem Hautareal durch einfaches Abstreichen mit einem Wattestäbchen und nachfolgender Gen-Sequenzierung zu bestimmen, wird unsere Hautflora von der Wissenschaft ganz neu bewertet. Es hat sich herausgestellt, dass die allermeisten Bakterien sich in Kultur gar nicht anzüchten lassen, und daher früher schlicht übersehen wurden. Inzwischen ist klar, die allermeisten Bakterien auf der Haut sind sogenannte Kommensalen, harmlose Bakterien, die sich von Hautlipiden und Proteinen ernähren, die ihnen die sich ständig erneuernde Hornschicht der Haut reichlich zur Verfügung stellt. Eine Reihe von Bakterien wirken sogar probiotisch. Das bedeutet, sie machen sich dadurch auf der Haut nützlich, dass sie zum Beispiel pathogene Bakterien verdrängen.

Angesichts der neuen Erkenntnisse, ist auch ein Umdenken in den Kosmetikwissenschaften eingetreten. Kosmetika sollen nicht mehr unbedingt Bakterien bekämpfen. Es geht vielmehr darum, die Haut auch bezogen auf das hauteigene Mikrobiom in einem guten Zustand zu erhalten. Werden Stoffe bei der kosmetischen Pflege auf die Haut appliziert, kann das auch die Lebensbedingungen des natürlichen Haut-Mikrobioms beeinflussen. Inhaltsstoffe können zum Beispiel als Nährstoffe bestimmte Bakterien vermehren, oder als Hemmstoffe das Wachstum beeinträchtigen. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass die regelmäßige Anwendung eines bestimmten Kosmetikums, dass Haut Mikrobiom verändert. Dies gilt auch für Waschprodukte. Sie entfernen abhängig von ihren Wascheigenschaften Bakterien von der Haut, können also im Prinzip einen Einfluss darauf nehmen, welche Bakterien wieder nachwachsen und in welcher Zahl sie das tun.

Möchte ein Kosmetikhersteller ausschließen, dass sein Kosmetikum das Haut-Mikrobiom verändert oder gar beeinträchtigt, kann er das bei proderm in einer wissenschaftlichen Studie untersuchen lassen.

Damit eine solche Studie einem hohen Qualitätsstandard genügt, wurde bei proderm die Methode qualifiziert und das Testdesign standardisiert.

Die Prüfung erfolgt an zumindest 30 Probanden, die so ausgewählt werden, dass sie mögliche Anwender des zu untersuchenden Kosmetikums sein könnten. Ist das Produkt zum Beispiel für die ältere Haut von Frauen bestimmt, wird bei proderm ein entsprechendes Kollektiv rekrutiert. Die Anwendung erfolgt über vier Wochen gemäß den Anwendungsvorschriften für das Produkt. Am Beginn und am Ende der Studie werden Abstriche mit Wattetupfer und Pufferlösung von der behandelten Haut gewonnen und das Mikrobiom analysiert

Hat sich das Haut-Mikrobiom in den vier Wochen Anwendung nicht relevant geändert, kann von proderm der Claim "Mikrobiom freundlich" vergeben werden. Von einer nicht relevanten Änderung gehen wir aus, wenn sich die Biodiversität (Shannon Index) nicht signifikant geändert hat. Weiterhin müssen sich die Mikrobiome zu Beginn der Studie und am Studienende genetisch sehr stark ähneln und dürfen sich statistisch nicht signifikant voneinander unterscheiden. Dies wird in einer Hauptkomponentenanalyse überprüft. Für die Vergabe des Qualitätssiegels ist weiterhin vorgegeben, dass sich auch einzelne Bakteriengattungen in ihrer Auftretenshäufigkeit nicht deutlich verändert haben dürfen, der Haut pH-Wert unverändert ist und das Produkt auch klinisch ausgezeichnet vertragen wurde.


Ihre Schritte zum Mikrobiom-Siegel

  • Durchführung einer Wirksamkeitsstudie mit mindestens 30 Probanden
    • Anwendung: 4 Wochen
    • Analyse des Mikrobioms zu Beginn und am Ende der Studie
    • Dermatologische Bewertung der Haut
    • Analyse pH-Wert und Hautbarriere
  • Vereinbarung über Umfang der Siegelnutzung
    • Medien
    • Länder
    • Produkte
  • Abschluss Nutzungsvertrag

Ihr Ansprechpartner

Dr. Lorena Bechthold

Business Development Manager

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